Inhaltsübersicht und Schnellnavigation
- Das antike Erbe Griechenlands
- Überblick Reiseroute und Haltepunkte
- Zeitalter und Zeugnisse griechisch-antiker Geschichte
- Die epische Historiographie als Grundlage griechischer Kulturgeschichte
- Von der epischen Historiographie zur kritischen Geschichtsdarstellung
- Besichtigungen im Detail
Das antike Erbe Griechenlands
Nur wenige kulturhistorische Aspekte des modernen Europas bzw. westlich-transatlantischer und darüber hinaus im Zuge der Geschichte globalisierter Kultur, werfen in derart vielen Gesellschaftsbereichen einen so prägenden Schatten wie die antiken Wurzeln Griechenlands – beginnend bei der Frage politischer Organisation und demokratischer Partizipation über die philosophische Geistesgeschichte bis hin zu literarischen und medialen Rezeptionen und natürlich den zahlreichen materiellen Hinterlassenschaften und Sehenswürdigkeiten.
Aus diesem Grund soll dieser Themengegenstand auch hiermit erwähnt den vorliegenden Reisebericht von anderen Reiseberichten dieses Blogs, wo neben natürlich auch historischen Aspekten jedoch eher das Erkunden der landschaftlich-naturräumlichen Seiten an primärer Stelle stand, unterscheiden. Es sei an dieser Stelle für den/die Leser/in jedoch ebenso vorweg erwähnt, dass dabei auch das Verständnisniveau zwangsläufig auf einen höheren Grad angehoben werden musste.


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Um dem umfangreichen und in sich mit zahlreichen Wechselwirkungen behafteten Paradigmenkomplex antiker griechischer Geschichte bzw. Geschichtskultur in akademischer Manier Rechnung zu tragen, könnte sich eine solche Reise nicht ausschließlich mit dem alleinigen Erkunden der wahrlich beeindruckenden archäologisch-architektonischen bzw. alltagsgeschichtlichen Überreste aus diesem Zeitalter als uns als solche bekannte Sehenswürdigkeiten, von denen es in ganz Griechenland und insbesondere am griechischen Festland als Hauptschauplatz griechischer Geschichte eine fast unüberschaubare Menge gibt, zufriedengeben. Denn in der Erkenntnis der Geschichtsschreibung an sich, der Historiographie, als Ausgangspunkt und elementare Grundlage tradierter Geschichte eines z.B. Landes oder einer Kultur, muss und will der vorliegende Reisebericht auch einen, wenn auch sicher nur kleinen, möglichst visualisierbaren Einblick in die historiographisch-methodischen Anfänge der letztlich europäisch-abendländischen Geschichtsschreibung ermöglichen, indem wir uns anhand exemplarischer historischer Beispiele der Verwobenheit zwischen wirklich nachweisbar vergangenen Ereignissen, den damit verbundenen materiellen Zeugnissen (Gebäude, Keramiken, Rüstungen, Vertäfelungen, Stelen uvm.), und der v.a. in der griechischen Antike so verbreiteten epischen und lyrischen Erzählung darüber für die Nachwelt ansehen werden. Wie zu Anfang erwähnt, kann dabei natürlich nur ein rudimentärer Einblick ermöglicht werden, da sich im Normalfall ganze Hochschulstudien damit beschäftigen. Dennoch hatte ich mich, aus fester Überzeugung ob der wirklich interessanten und teilenswerten Aspekte einer solchen Reisedarstellung, für einen solchen Versuch einer kleinen kulturhistorischen Reise durch Griechenland entschieden, welcher ich mich, wie auch bei meinen anderen Reisebeiträgen, wie gewohnt schrittweise gerne widmen möchte.
In diesem Sinne viel Spaß und Freude beim Lesen! Für Fragen, Anregungen und Kritik freue ich mich, im Verständnis eines Lernprozesses auch für mich als Autor, natürlich immer auch über Nachrichten unter meiner Kontaktdatenadresse (vielen Dank für so manche bisherige).
Zur Reiseliteratur:
Auch diesmal an dieser Stelle Empfehlungen zur begleitenden Reiseliteratur, mit umfangreichen bildlichen und textlichen Ausführungen auf qualitativem Niveau.
Das Große Reisebuch Unterwegs in Griechenland, Kunth-Verlag sowie andererseits der Reiseführer Vis-à-Vis von Dorley-Kindersley (DK).
Überblick Reiseroute und Haltepunkte

Quelle: Unterwegs in Griechenland. Das große Reisebuch. Aus der Reihe Unterwegs in…., Kunth Verlag, 2021, S. 275.
Ausgehend von der Hauptstadt Athen – welche jedoch selbst nicht Teil dieser 9-tägigen Reise war, sondern separat nachgeholt wurde (siehe Beitrag Antikes Griechenland II: Athen), da man einerseits für eine ausführliche Besichtigung der Stadt am besten mehrere Tage einplant und andererseits hierfür aufgrund der schlimmen Verkehrslage in der Stadt am besten auf ein Auto verzichtet – führte die Route „Klassische Antike aus erster Hand“ (siehe Literatur):
In Athens Metropolregion/(1) Region Attika, dem historischen Kernland der attisch-athenischen Demokratie, wo u.a. der (a) Tempel des Poseidon am Kap Sounion südlich von Athen sowie die (b) Marathon-Ebene nördlich davon als Austragungsort der Marathon-Schlacht gegen die antiken Perser sehenswert sind.



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Anschließend ging es nordwärts ins gebirgige (2) Mittelgriechenland zum (a) antiken Theben, zum (b) Orakel von Delphi, als bedeutender kultischer Ort einst auch als Mittelpunkt der Welt bezeichnet, sowie noch weiter nördlich – auf der Karte nicht mehr ersichtlich – zu den (c) Termopylen, wo einst eine weitere wichtige Schlacht gegen das antike Persien vonstatten ging.





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Weiter ging es südwärts auf die (3) Peloponnes-Halbinsel (pelops nēsos, Insel des Pelops) ins (a) antike Korinth, nach (b) Epídauros, mit dem berühmten Epidauros-Amphitheater, zum (c) antiken Mykene und (d) antiken Sparta sowie (e) antiken Olympia. Am Peloponnes befindet sich zudem auf der (f) Halbinsel Máni der südlichste Punkt des griechischen Festlandes sowie der Balkanhalbinsel generell bzw. nach dem spanischen Tarifa auch der südlichste Punkt des europäischen Festlandes. Weiters beeindruckt v.a. der Peloponnes mit einer über weite Strecken traumhaften Landschaft, die trotz des geschichtlichen Schwerpunktes dieses Reiseberichts nicht unerwähnt bleiben kann.









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Da, wie in der textlichen Einleitung weiter oben bereits erwähnt, vor jeder Beschäftigung mit „historischen Artefakten“ jeglicher Art und jeglicher Epoche ein historisch-chronologisches und kulturhistorisch-zeitgenössisch-paradigmatisches Grundverständnis für den vorliegenden Rahmen nicht nur sinnvoll, sondern für ein tieferes Verständnis ob der Dimensionen und Bedeutungen von Fundgegenständen (Gebäude, Alltagsgegenstände, Schriftgut, Ikonographien, uvm.) notwendig erscheint, wird einer genauen Betrachtung und Erläuterung der oben genannten Orte und Ausgrabungsstätten ein kleiner Einblick in zentrale Elemente antiker griechischer Geschichte vorangehen.
Dies scheint wie bereits angedeutet in Bezug auf die v.a. griechische Geschichte deswegen so wichtig, da der Kontext historischer Artefakte oftmals zu großen Teilen auch aus der jeweiligen Geschichtsschreibung und ihren Spezifika (siehe auch Kapitel zur epischen Historiographie) erschlossen werden kann/muss.
Zeitalter und Zeugnisse griechisch-antiker Geschichte
Die Griechische Antike lässt sich traditionell – d.h. gemäß den intensiven Forschungen im Zuge des Historismus des 19. Jh. – im Wesentlichen in 5 unten angeführte Zeitalter sowie jeweils damit verbundene Transformationsprozesse einteilen, wobei die zeitlichen Einteilungen immer als ungefähr sowie ineinander verschwommen verstanden werden müssen.
ca. 1500-1200 v. Chr.: Die Zeit der ersten großen bronzezeitlichen Hochkulturen; die Minoische Kultur auf der Insel Kreta sowie auf zahlreichen anderen Insel der Ägäis und die Mykenische Kultur am Festland, v.a. am Peloponnes. Berühmte Sagen wie etwa jene des Minotauros im Palast des König Minos (siehe Namensableitung) oder auch die Sage um den Trojanischen Krieg entstammen diesem Zeitalter. Die Epoche endete mit dem Untergang dieser beiden Hochkulturen, wahrscheinlich durch den Einfall fremder Mächte („Seevölker“) in den Kulturraum. Zugleich entwickelte sich hier auch ein weiterer wichtiger Indikator antiker Hochkulturen, die Keramik, welche eher – im Unterschied etwa zu späteren Arbeiten der (athenischen) Klassik – durch Form-Abbildungen statt von menschlichen Abbildungen geprägt war.





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ca. 1200-750. v. Chr. : Die s.g. Dunklen Jahrhunderte, welche durch die Auswirkungen des Niedergangs der ersten großen Hochkulturen (s.o.) gekennzeichnet waren. Aus dieser Zeit gibt es aufgrund des gleichzeitigen Niedergangs der Schrift auch nur wenige verwertbare Quellen, daher „dunkle Jahrhunderte“. Jedoch entwickelte sich in dieser Zeit die Keramik weiter, v.a. mit geometrischen Motiven und Formen („Geometrisches Zeitalter“).


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ca. 750-500 v. Chr.: Das archaische Zeitalter/Archaik. In diesem Zeitalter entwickelte sich die post-minoische und post-mykenische Kultur langsam in Richtung einer Neubildung griechischer Hochkultur, wozu auch die Erstarkung kultischer Orte wie z.B. des Orakels von Delphi oder Olympias zählen. Das Zeitalter der mächtigen griechischen Stadtstaaten Athen und Sparta sollte zwar noch bevorstehen, allerdings formierten sich diese zusammen mit z.B. Korinth oder auch Theben zu mächtigen Zentren. Auch erste demokratische Partizipationsformen entwickelten sich in eben diesen Zentren. Zudem entwickelten sich die ersten bedeutenden Philosophenschulen wie etwa die s.g. Vorsokratiker, zu denen u.a. die Mathematiker und Philosophen Thales von Milet und Pythagoras gehörten. Darüber hinaus wird die Archaik auch in architekturgeschichtlichem Kontext als Umbruchszeit gesehen, da sich in dieser Epoche etwa auch die Baumaterialien von v.a. Holz-, Stein- und Lehmbauten hin zu edleren Materialien wie v.a. der für die später folgenden Großbauprojekte verwendete Marmor entwickelten.




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ca. 500-300. v. Chr.: Die Griechische Klassik. In der griechischen, oft auch athenisch genannten, Klassik entwickelten sich all die Vorformen im Bereich der Architektur, der Keramik, der demokratischen Partizipation oder auch der Philosophie zur Blüte. Zwischen den bestehenden mächtigen Stadtstaaten, den Poleis, kristallisierten sich Athen in der Region Attika und Sparta auf der Peloponnes-Halbinsel als die Leitmächte heraus. Doch während man in Sparta weiterhin auf ein (Doppel-)Königtum setzte, entwickelte sich in Athen, dem Zentrum der Region Attika, die so genannte attische Demokratie (dḗmos = Volk, krátos = Herrschaft, Herrschaft durch das Volk) unter der Vorherrschaft Athens und hier insbesondere unter dem Staatsmann Perikles, das erste Vorbild für unsere heutigen Demokratien.
„Die Demokratie darf die Staatsmacht nicht einer Minderheit, sondern nur dem ganzen Volke anvertrauen. Die Gleichheit aller vor dem Gesetze bedingt, dass alle Mitbürger die gleichen Rechte genießen, dass kein Volksteil seine Sonderinteressen auf Kosten der übrigen Bürger durchzusetzen versucht.“ (Perikles, athenischer Staatsmann, 490-429 v. Chr.).
Daraus resultierend kam es zunehmend zum Konflikt zwischen Sparta und seinen Vasallen (Peloponnesischer Bund) einerseits und Athen und seinen Vasallen (Attischer Seebund) andererseits, spätestens im Peloponnesischen Krieg (431-404 v. Chr.), welchen zwar letztlich Sparta für sich entscheiden konnte, durch den Aufstieg Makedoniens jedoch nicht sehr lange etwas davon hatte. Im Bereich der Philosophie entstanden neben den Sokratikern (Sokrates und seine Schüler wie etwa Platon) auch die Schule der Stoiker oder auch der Epikureer, jeweils mit unterschiedlichem „Programm“.



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ca.300-30 v. Chr.: Der Hellenismus. Mit dem Aufstieg Makedoniens im Norden Griechenlands unter König Philipp II, wurden nun nach und nach sämtliche Stadtstaaten Griechenlands unterworfen und dem makedonisch-griechischen Reich einverleibt. Nach der Ermordung König Philipp II (wahrscheinlich durch innere Intrigen) vollendete sein Sohn Alexander (der Große) diesen Einverleibungsprozess zur Gänze, bevor er mit der Expansion gegen das Perserreich gen Osten begann. Der durch die Eroberungszüge und die damit einhergehenden kulturellen Importe orientaler Kultur begründete s.g. Hellenismus war in den folgenden Jahrhunderten prägend für die Entwicklungen in Griechenland. Durch Erbfolgestreitigkeiten nach dem Tod Alexanders unter dessen Generälen („Diadochen-Kriege“) wurde Griechenland in den folgenden Jahrhunderten innerlich stark geschwächt, sodass es letztlich einer neuen Macht aus dem Westen, nämlich Rom, nur noch wenig entgegenzusetzen hatte. Mit der Eroberung der letzten griechischen Festland-Mächte durch Rom endet das Zeitalter der griechischen Antike.
Die Errungenschaften und das Erbe der griechischen Antike verflog jedoch weder im Römischen Reich, sondern bereicherte und prägte dieses eher in hohem Maße , noch verschwand es bis heute.
„Das eroberte Griechenland hat den wilden Sieger [Rom] erobert und die Künste und Wissenschaft in das bäuerliche Latium gebracht.“ (Horaz, römischer Gelehrter, 65-8 v. Chr.).
Die epische Historiographie als Grundlage griechischer Kulturgeschichte
„Himmel und Erde waren geschaffen: Das Meer wogte in seinen Ufern, und die Fische spielten darin. In den Lüften sangen beflügelt die Vögel, der Erdboden wimmelte von Tieren. Aber noch fehlte es an dem Geschöpf, dessen Leib so beschaffen war, dass der Geist in ihm Wohnung machen und von ihm aus die Erdenwelt beherrschen konnte. Da betrat Prometheus die Erde, ein Sprössling des alten Göttergeschlechts der Titanen, das Zeus, der Sohne des Kronos (Saturn) entthront hatte, kluger Erfindungen voll. Dieser wusste wohl, dass im Erdboden der Same des Himmels schlummere, darum nahm er vom Ton, befeuchtete denselben mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde nach dem Ebenbild der Götter, der Herren der Welt. Unter den Himmlischen hatte er eine Freundin, Athene, die Göttin der Weisheit. Diese bewunderte die Schöpfung des Titanensohnes und blies dem halbbeseelten Bild den Geist, den göttlichen Atem ein. So entstanden die ersten Menschen und füllten bald vielfältig die Erde. Jetzt wurden die neuen Götter aufmerksam auf das ebenentstandene Menschenvolk. Zu Mekone in Griechenland wurde ein Tag gehalten zwischen Sterblichen und Unsterblichen und Rechte und Pflichten der Sterblichen bestimmt. Unvernünftige Handlungen stürzten diese neue Menschen in Jammer; denn sie konnten ihre Leidenschaften schon nicht mehr mäßigen und frevelten im Übermut gegeneinander. Deswegen nahm Zeus, der Sohn des Kronos, diese Geschlecht wieder von der Erde hinweg, doch sie durften als sterbliche Dämonen noch auf Erden umherwandeln. Nun erschuf der Vater Zeus das zweite Geschlecht von Menschen, das hieß das ehrne. Als die Erde auch dieses Geschlecht eingehüllt hatte, brachte Zeus ein drittes Geschlecht hervor. Es war das Geschlecht der göttlichen Heroen, der Halbgötter. Zuletzt vertilgte aber auch sie Zwietracht und Krieg; die einen vor den sieben Toren Thebens, wo sie um das Reich Königs Adipus kämpften, die anderen auf dem Gefilde Trojas, wohin sie um der schönen Helena willen zahllos auf Schiffen gekommen waren“. (Überliefert nach dem griechischen Philosophen Hesiod, ca. 700 v. Chr.).
Mit der Entstehung der ersten Hochkulturen Vorderasiens (v.a. Mesopotamien) und Nordafrikas (v.a. Ägypten) ab ca. dem 3. Jahrtausend v. Chr. ging auch eine maßgebliche menschheitsgeschichtliche Entwicklung einher – die Anfänge verschriftlicht-überlieferter Erzählung über bzw. Darstellung von Vergangenheit. Quellenbelege hierfür finden sich in archäologischen Fundobjekten aus jener Zeit, wie beispielsweise Keilschrift- bzw. Hieroglyphen-Steintafeln -und Stelen oder auch diversen Papyri, welche etwa über bestimmte Herrschaften, bedeutende Schlachten u.ä. berichteten.
Kennzeichnend für diese ersten Schriftquellen war jedoch, dass diese in textlich meist simpler (oft auch anhand von bildlichen Darstellungen) und rein ablaufdarstellerischer Form erfolgten. Komplexere Erzählungen aus dem Bereich literarischer Gattungen wie wir sie heute kennen, waren noch nicht wirklich verbreitet. Dies änderte sich jedoch spätestens mit der Etablierung der ersten großen europäischen Hochkulturen auf dem Gebiet des heutigen Griechenlands, vornehmlich der bronzezeitlichen minoischen und mykenischen Kultur (siehe ab ca. 1500 v. Chr. (siehe auch Kapitel „Zeitalter und Zeugnisse griechisch-antiker Geschichte). Ein Spezifikum dieser ‚griechischen‘ Hochkulturen war die schrittweise Entwicklung dessen, was wir heute als klassische Literaturformen – von der reinen Erzählform in Vers und Prosa (Epik) bis zur Dichtung (Lyrik) – kennen. Damit einhergehend kam es auch zur (Weiter-)Entwicklung der Schriftsysteme (etwa Linear-A sowie Linear-B).


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Treibend für all diese Entwicklungen waren dabei stets geschichtsdarstellende/historiographische Motive. Ein gutes Beispiel s.g. epischer Geschichtsschreibung ist die oben angeführte und bereits damals durch den griechischen Philosophen Hesiod ca. 700 v. Chr. rezipierte Quelle aus dem ursprünglichen Fundus des berühmten, Homer, der – sofern er denn jemals als Person gelebt hat, was teils umstritten ist – ca. zur Zeit des trojanischen Krieges (ca. 1200 v. Chr.) gelebt haben soll. Weitere bekanntere Beispiele mit Wurzeln in dieser Zeit, sind etwa auch die überlieferten Sagen, beispielsweise jene des Minotauros im Palast des König Minos, oder auch die ebenfalls durch Homer überlieferten Sagen um den Trojanischen Krieg (Ilias und Odyssee) anhand derer sich auch gut die unmittelbare Verflochtenheit von tatsächlicher Geschichte und Mythos als Erzählform darüber ersehen lässt.


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Von der epischen Historiographie zur kritischen Geschichtsdarstellung
Für Schriftquellen vor den griechischen Hochkulturen war weiters kennzeichnend, dass diese als klassische, meist königliche, „Auftragsarbeiten“ meist nur immer eine Seite der Darstellung – in den meisten Fällen jene des Auftragsgebers bzw. Siegers eines Konfliktes – wiedergaben, da das primäre Ziel die Huldigung/Verehrung selbiger war. Solcherlei einseitigen Darstellungen änderten sich zwar im Grunde bis heute nicht gänzlich – auch heutige Medienarbeit ist bekanntlich von starker politischer Einflussnahme aus verschiedenen Richtungen geprägt –, jedoch gab es noch nicht so etwas wie einen kritischen Zeitgeist bzw. ein entsprechendes hermeneutisch-diskurstheoretisches Methodenspektrum. Auch mit den obig skizzierten Entwicklungen hin zur lyrischen und epischen Geschichtserzählung ändert sich dies vorerst noch kaum. Erst mit dem weiteren Voranschreiten kulturhistorischer und geistesgeschichtlicher Entwicklungsphasen wiederum griechischer Kultur bildeten sich elaboriertere Formen geschichtstheoretischer Überlieferungspraxis mit einem entsprechenden Methodenspektrum.
Ein Beispiel hierfür ist etwa Herodot (ca. 5. Jh. v. Chr.) – vom römischen Staatsmann und Philosophen Cicero später als Vater der Geschichtsschreibung bezeichnet – mit seinen bis dato zum ersten Mal von auf logischen Ableitungen basierenden persönlichen Vermutungen und Einschätzungen basierenden Berichten über die Perserkriege zu seinen Lebzeiten.
Ein weiteres, wahrscheinlich noch elaborierteres, Beispiel kritischer Geschichtsschreibung ist sicherlich auch Thukydides (ebenfalls ca. 5. Jh. v. Chr.) der in einem umfangreichen Methodenkapitel und fast schon psychologisch seine genaue Herangehensweise an die Erzählung und die Problematik vielfacher „Wahrheiten“ erkannte und formulierte: „Eide, falls noch irgendein Vergleich auf die Art bekräftigt wurde, waren geleistet in der Not, wenn beide [Kriegsparteien] sich nicht mehr zu helfen wußten, und galten für den Augenblick; wer aber bei günstiger Gelegenheit zuerst wieder Mut faßte, wenn er eine Blöße entdeckte, der nahm seine Rache lieber durch Verrat als in offenem Kampf, einmal zu seiner Sicherheit und dann, weil der ertrogene Triumph ihm noch den Siegespreis der Schlauheit hinzugewann. Denn im allgemeinen heißt der Mensch lieber ein Bösewicht, aber gescheit, als ein Dummkopf, wenn auch anständig; des einen schämt er, mit dem andern brüstet er sich.“.



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Besichtigungen im Detail
Tempel des Poseidon
Der dem Gott des Meeres gewidmete Tempel bzw. die Tempelanlage liegt auf der Südspitze der Provinz Attika am Kap Sounion und wurde im 5. Jh. v. Chr, also in der griechischen Klassik, in seiner heutigen Form aus weißem Marmor u.a. von der relativ nahe gelegene Insel Paros erbaut. An seiner Stelle war zuvor jedoch bereits eine Kultstätte des Poseidon und der Athene gelegen, wobei die Kultstätte – abgeleitet etwa aus ihrer Nennung im Zuge der Sage um Theseus und dem Minotaurus – bereits in der Bronzezeit eine Rolle gespielt haben dürfte: Als König Aigeus die irrtümlich gehissten schwarzen Segel jenes Schiffes sah, welches seinen Sohn Theseus in Wahrheit wohlbehalten aus Kreta heimtrug, soll er sich im Irrglauben sein Sohn sei tot von eben jenem Kap in die Fluten des Meeres gestürzt haben. Aus dieser Zeit etwa findet sich auch eine Erwähnung in Homers Illias: „Aber am attischen Ufer bei Sounions heiliger Spitze siehe, da ward der Pilot des menelaischen Schiffes von den sanften Geschossen Apollons plötzlich getötet.“
Der Tempel des Poseidon bzw. dessen historische Kultstätte am Kap Sounion stellt also ein sehr anschauliches Beispiel der historisch-literarischen Rezeption und der unmittelbaren Verwobenheit zwischen Artefakt, historischer Begebenheit und literarischer Erzählung darüber dar (siehe auch Kapitel „Die epische Historiographie als Grundlage griechischer Kulturgeschichte“). Auch Zeugnisse aus neuerer Zeit – v.a. im Zuge der historistischen europäischen Geschichtsforschung des 19. Jh. – finden sich jedoch auf der Tempelanlage, so etwa das berühmte Namens-Graffiti des britischen Dichters Lord Byron, welcher es offenkundig als Notwendigkeit ansah, sich auf einer der Säulen des Tempels namentlich zu verewigen (siehe letztes Bild mittlere Bildreihe).







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Antikes Theben
Als eine der mächtigsten und einflussreichsten Städte/Stadtstaaten neben Athen, Sparta und Korinth spielte das an der Grenze zwischen den Regionen Attika und Böotien im südöstlichen Mittelgriechenland gelegene antike Theben/heute Thiva sowohl realpolitisch als auch in epischen Erwähnungen – so etwa im Rahmen der Sage Homers um Ödipus oder auch später der Tragödie „Sieben gegen Theben“ des Dramatikers Aischylos – bereits seit der Bronzezeit bzw, der mykenischen Kultur (ca. 1500-1200 v. Chr.) eine maßgebliche Rolle auf dem griechischen Festland. Vor allem aber im 5. und 4. Jh. v. Chr., also in der griechischen Klassik, stieg Theben (keinesfalls zu verwechseln mit dem ägyptischen Theben!) im Rahmen seines Bündnisverrates zugunsten der einfallenden Perser sogar zeitweilig zur mächtigsten Stadt auf, bevor es zusammen mit den anderen Städten durch Philipp II von Makedonien bzw. dessen Sohn Alexander dem Großen in dessen Reich einverleibt wurde. Vom „siebentorigen Theben“, wie es einst Homer nannte, blieb jedoch bis heute leider nur noch sehr wenig über.
So ist der Überrest an Ruinen leider relativ beschaulich (nur einige wenige Mauerüberreste aus mykenischer Zeit). Bedeutsamer hingegen sind Funde anderer historischer Artefakte (v.a. Alltagsgegenstände, Keramik sowie mykenische Funde von Linear-A-Schrifttafeln) die im sehr gut kuratierten Archäologischen Museum besichtigt werden können.






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Orakel von Delphi
Das bereits seit den Anfängen griechischer Mythologie in eben diese fest implementierte Delphi – der Legende nach sollen sich zwei von Göttervater Zeus ausgesandte Adler an genau jenem Punkt am Fuße des Parnass-Gebirges, dem Mittelpunkt der Welt, getroffen haben – war bereits seit der Bronzezeit als Kultstätte und Austragungsort für kultisch- und sportlich rituelle Feste genutzt worden. Dabei kristallisierte sich auch seine Funktion als Orakel („lat. oraculum = Sprechstätte, Weissagsungsort) im Laufe der griechischen Archaik (ca. 8.-6. Jh. v. Chr., siehe Kapitel Zeitalter und Zeugnisse griechisch-antiker Geschichte) unter der Schutzherrschaft des Sonnengottes Apollon und später auch der Pallas Athene heraus. Die kultische Bedeutung Delphis mündet schließlich in seiner politischen Macht, welche wohl im 5. und 6. Jh. v. Chr. auf dem Höhepunkt stand.
Der Mythologie zufolge soll Apollon, der Sohn des Zeus und einer dessen Geliebten, an jenem kultischen Ort die von seiner rachsüchtigen Stiefmutter Hera ausgesandte Schlange Python getötet und mit ihrem Blut geweihten Boden erschaffen haben. Daraus folgte die Installierung der alle 4 Jahre stattfindenden Pythischen Spiele bzw. monatlich stattfindende Weissagungen durch Pythia, die Priesterin des Apollon. Unter der Einwirkung von aus einer Erdspalte aufsteigender Gase (vermutlich Halluzinogene vulkanischen Ursprungs) sollen dann die unter Trance stattfindenden Weissagungen erfolgt sein, wobei der Fragensteller eine Gebühr zu entrichten hatte. Einer der berühmtesten Fragensteller war etwa auch der berühmte Makedonen-König Alexander der Große vor seinem geplanten Feldzug gegen Persien. Den Niedergang Delphis läutete das Verbot der Pythischen Spiele im bereits christlich geprägten Römischen Reich des 4. Jh. n. Chr. ein.
Auch in der epischen Geschichtsschreibung spielt auch dieser historische Ort eine Rolle, wie etwa in der Sage um die letzten Tantaliden bzw. das Mykenische Reich und das Haus Agamemnons: So sucht etwa der verlorene Sohn des nach seiner Rückkunft aus Troja (siehe Trojanischer Krieg) von seiner Frau und deren Liebhaber ermordeten König Agamemnos, Orestes, nach seiner Blutrache an eben jenen Schutz vor den ihn nun jagenden Rachegöttinnen im Heiligtum des Apollon zu Delphi, in dessen Namen er den Vatermord rächte.

Quelle: Gustav Schwab, Sagen des klassischen Altertums, Anaconda Verlag 2011, Zeichnung John Flaxman.
Wie bei zahlreichen, mit bestimmten Örtlichkeiten verbundenen Mythen scheint es heute schwierig historisches Narrativ und tatsächliche Begebenheiten voneinander zu trennen. Als wissenschaftlich bzw. archäologisch erwiesen gilt dabei v.a. die Tatsache, dass es sich bei Delphi wohl tatsächlich um eine über viele Jahrhunderte genutzte Kultstätte mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Nutzungskomplexen handelte. Der Facettenreichtum der im Zuge archäologischer Forschungen zutage gebrachten Gebäudereste – neben Tempelanlagen wie dem Apollon-Heiligtum als Zentrum Delphis etwa auch eines der größten in Griechenlands jemals freigelegten Amphitheater, ein für sportliche Wettbewerbe genutztes fast 200m langes Stadion für zuletzt bis zu 65.000 Zuseher sowie eine Übungs- und Trainingsstätte für Athleten (Gymnasion) – lässt dabei auch über eine aktive Nutzung über viele Epochen schließen. Tatsächlich nutzten sogar die später in Griechenland herrschenden Römer den Ort weiter, wenn auch in anderen Funktionen. Heute gilt Delphi als einer der wichtigsten und besterforschtesten archäologischen Ausgrabungs- und Besichtigungsstätten in Griechenland und darüber hinaus, welche heute die Besucher etwa auch mit einem recht neuen und umfangreichen angeschlossenen archäologischen Museum empfängt, in welchem zahlreiche Fundobjekte entsprechend thematisch kontextualisiert sowie den Fundplätzen zugeordnet ausgestellt sind.
















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Thermopylen
Die berühmte Schlacht der Griechen bzw. der Spartaner/Spartiaten gegen die Perser 480 v. Chr. bei den Thermopylen („Warme Tore“, aufgrund der dort gelegenen thermischen Schwefelquellen), einer in Mittelgriechenland ca. 150km von der Hauptstadt Athen entfernt gelegenen ehemaligen teils nur mehrere Meter breiten Engstelle/Wegepassage zwischen dem Kallidromos-Gebirge und dem Golf von Malia, ist wohl einer der bekanntesten historischen Schlachten überhaupt.
So griff sogar das Hollywood von Heute 2006 die bekannte Schlacht von König Leonidas von Sparta im Rahmen des Films „300“ auf, wenn auch historisch natürlich nicht ganz wahrheitsgetreu. Von der wie bereits erwähnt ehemaligen Engstelle zwischen Meer und Land ist heute jedoch nicht mehr allzu viel zu erkennen – nicht zuletzt aufgrund 2500 jähriger auch geomorphologischer Veränderungen, durch welche das Meer sich zurückzog und eine große versandete Bucht hinterließ.
An jener Stelle, an welcher einst die an der Zahl völlig unterlegenen Griechen sich dem übermächtigen Perserheer relativ lange erfolgreich entgegenstellten, jedoch am Ende umso ehrenvoller verloren, erinnert heute nur noch eine 1955 eröffnete Gedenkstatue für König Leonidas von Sparta sowie einige Informationstafeln und ein dazugehöriges kleineres Museum.








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Antikes Korinth
Das am Übergang der Provinz Attika auf die Peleponnes-Halbinsel, und bereits dieser zugeordnet, liegende Korinth galt wie auch Theben als eine jener mächtigsten antiken Stadtstaaten/Poleis neben den zwei mächtigsten Athen und Sparta bzw. war diesen zeitweilig an Bedeutung auch mehr als nur ebenbürtig. So lassen sich die Siedlungswurzeln Korinths durch Ausgrabungen mit entsprechenden Funden bereits auf die Jungsteinzeit auf ca. 6500 v. Chr. datieren, da wahrscheinlich freilich noch unter anderem Namen. In vorklassischer Zeit, v.a. in der mykenischen Kultur, entwickelte sich die Stadt langsam zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Handelszentrum. Besonders auch nach der Eroberung Griechenlands durch Rom konnte die Stadt ihre Bedeutung sogar noch ausbauen, war zeitweilig sogar die wichtigste griechische Stadt im Römischen Reich mit über 750.000 Einwohner (Vergleich heute: 30.000 Einwohner). Allerdings ging dieser Neubedeutung auch eine vollkommene Zerstörung und einer darauf folgende Neuerrichtung voraus. Auch deswegen kennt man die Stadt in spätrömischer Zeit etwa auch aus den berühmten Briefen an die Korinther des Apostel Paulus und dessen Besuch 52 n. Chr., in welchen er bekanntlich das angeblich besonders lasterhafte Leben der Einwohner Korinths kritisierte. In weiterer Folge spielte die Stadt dann auch als eine der ersten großen christlichen Gemeinden eine maßgebliche Rolle in der schrittweisen Etablierung des Christentums als Staatsreligion im dann bereits christlichen Römischen Reich. Auch heute noch gehört Korinth, welches seit 1893 durch den Bau des Kanals von Korinth zudem lange Zeit eine zentrale Rolle als Schiffpassage zwischen Ionischem und ägäischem Meer (zuvor mussten alle Schiffe hierfür den ganzen Peloponnes umrunden) innehatte, zu den wichtigsten Städten Griechenlands.
Die lange Geschichte des antiken Korinths kann heute zum einen auf dem weitläufigen Freigelände und zum anderen in einem sehr gut kuratierten archäologischen Museum, welche beide ca. 7km entfernt vom modernen Korinth liegen, näher erkundet werden.





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Epídauros
Mit der Entwicklung des griechischen Schauspiels ab ca. dem 6. Jh. v. Chr. – beginnend mit den ersten, an die griechische Mythologie und Epik gekoppelten Tragödien (siehe Kapitel „Die epische Historiographie als Grundlage griechischer Kulturgeschichte“), später dann auch Komödien – kam es auch zu großangelegten Bauprojekten in Form der bekannten halbrunden Amphitheater, oft mit bis ins kleinste Detail ausgeklügelter Nutzungsarchitektur und v.a. der so zentralen Akustik. So entwickelte sich die halbrunde Form der Theater keineswegs zufällig, sondern stand ganz in der großen Tradition nutzungseffizienter griechischer Baukunst, wie man sie bekanntlich an einer Vielzahl unterschiedlicher Stätten und Nutzungsfunktionen auch heute noch begutachten kann – vom Theater über Tempelanlagen, Sportstätten und Stadien uvm. Dabei bewirkte die halbrunde Beschaffenheit eine optimale Basis, einerseits für eine größtmögliche Zuseheranzahl mit optimaler Sichtachse und andererseits zur nahezu perfekten Ausbreitung von Tonwellen für ein besseres akustisches Verständnis aller Zuseher.
Das bekannteste, monumentalste und bis heute besterhaltenste und sogar aktiv genutzte Beispiel ist dabei die dem Gott Asklepios bzw. dem Kult um diesen geweihte Spiel- und Kultstätte Epídauros/Asklepiéion, allen voran mit dem bekannten, bis zu 114m breiten Amphitheater aus dem 4. Jh. v. Chr., welches inkl. der Tribünen-Erweiterung in den oberen Rängen in der Römerzeit ca. 12.000 Zusehern Platz bietet.




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Antikes Mykene
Wer sich mit der griechischen Geschichte beschäftigt, wird sich neben der Griechischen Klassik als Blüte griechischer Kulturgeschichte – die mit Begriffen wie etwa dem Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta, den Perserkriegen, der attischen/athenischen Demokratie oder auch den großen Philosophen wie Sokrates, Platon, Aristoteles u.a. verknüpft ist (siehe auch Kapitel „Zeitalter und Zeugnisse griechisch-antiker Geschichte„) – zweifelsohne auch mit den Ursprüngen/Wurzeln griechischer Kultur ca. 1000 Jahre vor der Griechischen Klassik auseinandersetzen müssen, mit der bronzezeitlichen mykenischen Kultur (ca. 1700-1300 v. Chr.) und ferner der minoischen Kultur (eher auf den Insel der Ägäis). Dies v.a. auch deshalb, da diese sehr eng mit der griechischen Epik und Sagenwelt, wie beispielsweise dem Trojanischen Krieg, zusammenhängen, wobei der Ort auch noch in einer Vielzahl anderer Legenden Erwähnung fand, welche v.a. durch Homer überliefert wurden, der, wenn er denn als Person gelebt haben sollte, wohl in dieser Zeit gelebt haben muss.


Doch lange Zeit – bevor europäische historistische/orientalistische Forscherkreise des 19. und 20. Jh. Schritt für Schritt dazu übergingen, die Geheimnisse und heute bekannten Artefakte der griechischen Antike zu entschlüsseln – war zunächst noch nicht klar, ob und wenn ja wann und wo genau das sagenumwobene Mykene überhaupt existierte und wirkte. Dabei war es gerade in Bezug auf die mykenische Kultur v.a. einem großen Namen der archäologischen Forschung zu verdanken, dass Zug um Zug Licht ins Dunkle gebracht wurde, nämlich dem Deutschen Heinrich Schliemann, welcher ab den 1870/1880er-Jahren zum einen das Geheimnis um das sagenumwobene Troja bzw. den Trojanischen Krieg lüftete und es an der Westküste/Ägäis-Küste der heutigen Türkei verortete, das ja bekanntlich bis zur Ankunft der Osmanen/Türken im Spätmittelalter Teil des griechischen Kulturraums war. Zum anderen brachte ihn dies weiter auf seiner Suche nach dem „Konkurrenten“ der Trojaner, dem Mykenischen Reich auf dem griechischen Festland, wo es bereits seit den 1840er-Jahren geforscht und u.a. auch berühmte Löwentor freigelegt hatte (siehe zweite Bildreihe). Das Zentrum dieser mykenischen Kultur konnte wenige Jahre später im Nordosten der heutigen Peloponnes-Halbinsel verortet, ausgegraben und der Forschung sowie Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Begriff der mykenischen Kultur geht dabei auf eben jene bronzezeitliche Festung zurück, da man seit den Tagen Homers eher den Begriff Achäer für die mykenischen Griechen verwendet hatte.




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Die im Zuge der archäologischen Forschungen zu mykenischen Kultur erbrachten Erkenntnisse waren bahnbrechend und wegweisend für die gesamte Forschung im Bereich griechisch-antiker Geschichtsforschung und zeigten bereits früh die reale Verwobenheit von Legende/Mythos/Mythologie und historischer Begebenheit. Heute kann man neben dem Ausgrabungsareal selbst auch diverse abgelegenere freigelegte Orte besichtigen, wie etwa auch das Grab/Schatzkammer des Atreus sowie auch ein archäologisches Museum mit umfangreichen Originalen und Repliken von einer Vielzahl an gefundenen Objekten.








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Antikes Sparta
In der Antike neben Athen die zweite große Macht in Griechenland, ist das Erbe des antiken Spartas v.a. im Bereich hierarchisch-militärischer Traditionen sowie der literarischen und in der Gegenwart auch filmischen Rezeption immens.
Verbindet man etwa mit Athen eine gewisse – wenn auch oftmals sicherlich romantisierte – demokratische Urvorstellung von demokratischer Partizipation und Bürgerintegration, so verbindet man mit Sparta andere – natürlich ebenso oft romantisierte – Urvorstellungen, etwa jene von militärischer Brillanz und Effektivität. So galt das strenge und damit entsprechend effiziente Heereswesen Spartas – in welchem der erzieherische Drill der Bevölkerung von Kleinauf ebenso ein Rolle spielt wie damit damit verbunden jedoch natürlich auch gewisse heute mitunter als inhuman erscheinende gesellschaftliche Praktiken (u.a. die erwiesene Tötung schwacher Kinder unmittelbar nach der Geburt) – im Lauf der Geschichte nicht selten als Vorbild politischer Systeme und Führungen im Streben nach militärischer Exzellenz. Das galt und gilt auch heute sowohl für diktatorische als auch für grundsätzlich demokratische Gesellschaften. Nicht verwunderlich ist es daher etwa, dass beispielsweise in einer Subeinheit des US-Militärs der Gegenwart eine Einheit namens „Spartans“ existiert, die als besonders gedrillt und kampfstark gilt. Auch Hollywood greift allzu gerne solcherlei heroisch-klassifizierte Aspekte für diverse Filmproduktionen auf, etwa im Film „300“ aus dem Jahr 2006.
Hinsichtlich dieses thematischen Erbes, wäre eine entsprechende Aufbereitung des materiellen Erbes eine zu erwartende Aufgabe, jedoch hält sich dieses überraschenderweise in gewissen Grenzen. So sind die Überreste des antiken Spartas leider etwas spärlich gesät, am Rande des modernen Spartas, der griechischen Stadt Sparti, welche als völlige Neugründung des 19. Jh. unter dem ersten König Griechenlands Otto von Wittelsbach jedoch dafür umso malerischer zwischen Oliven- und Zitronenplantagen in der Ebene von Eurotas eingebettet liegt. Zwar gibt es – neben einem kleinen archäologischen Museum – einige Ruinen zu besichtigen, allerdings darf man sich dabei vorweg gesagt nicht allzu viel erwarten.






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Antikes Olympia
Dem archäologischen und musealen Erkundungsgelände des antiken Olympia kommt – nicht zuletzt aufgrund des weitrechenden namentlichen und thematischen Erbes bis in die Gegenwart – eine besondere Bedeutung im Rahmen der vorliegenden Reise zu – zwei ganze Tage brachte ich mit einer genauen Erkundung zu.
Dabei beschäftigte ich mich zum einen weitreichend mit dem großen Außengelände der gesamten Kultstätte, die – anders als man vom geschichtsträchtigen Namen her ableiten würde – weit mehr als einen nur sportbezogenen Charakter hatte, da bei solcherlei Kultstätten etwa auch niemals der religiöse Teil, in Form einer Vielzahl an Tempelanlagen und Opferstätten (darunter auch eines der 7 antiken Weltwunder, die Zeus-Statue des Phidias), oder auch der ‚verpflegende Teile‘ (Essensstätten, Badehäuser, Gymnasien uvm.) fehlen durfte. Zum anderen jedoch bietet auch das in den Jahren 1966 bis 1983 errichtete archäologische Museum einen entsprechend großen Fundus an jeglichen Artefakten, von Skulpturen über Rüstungen (u.a. mit der größten Sammlung antiker Bronzerüstungen -und Waffen) und Alltagsgegenständen bis hin zu ganzen Tempelstücken mit Ikonographien uvm.



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Der Legende nach geht die Gründung der Spiele von Olymp auf Herakles (lat. Herkules), den Sohn des Zeus zurück, welcher zu Ehren des Sieges seines Vaters über dessen Vater, den Titanen Kronos, die Spiele installierte. Historisch evidente Realität ist hingegen freilich nur, dass die im Grunde schon seit der mykenischen Zeit bestehende Kultstätte des Zeus, welche nach dessen mythologischem Herrschaftssitz auf dem Olymp benannt wurde, jedoch erst mit der Ankunft der Dorer in etwa ab dem 8. Jh. v. Chr (Archaik) derart aktiv genutzt wurde, wobei der Fokus auf sportlichen Wettkämpfen (v.a. dem Stadien-Lauf, später auch Ringkämpfe, Fünfkampf, Weitsprung, Diskus- und Speerwurf und zuletzt auch Pferderennen) lag. Die teilnehmenden Athleten kamen dabei v.a. aus dem Umland sowie aus den an den Spielen teilnehmenden Städten/Stadtstaaten. Im frühen römischen Christentum der Spätantike wurden die Spiele schließlich als heidnisches Relikt verboten. Erst im Jahre 1896, nach gut 1500 Jahren des Verbotes, fanden die Spiele zum ersten mal wieder statt, allerdings natürlich nicht mehr vor Ort, sondern in Athen. Die Besiedelungsgeschichte von Olymp, welche im Zuge der ersten archäologischen Forschungen/Ausgrabungen ab 1875 durch deutsche Archäologen nach und nach aufgedeckt wurde, geht dabei jedoch bereits auf das 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Die im Zuge der archäologischen Forschungen zutage gebrachten historischen Artefakte und Gebäudestrukturen aus mehreren Epochen – darunter neben den Sportstätten wie weiter oben bereits erwähnt eine Vielzahl andere Gebäudestrukturen unterschiedlichen Nutzungscharakters, wie etwa Gymnasien (Trainingsstätten), der berühmte Zeus-Tempel mit der einst 12m hohen Zeus-Statue des Phidias aus Gold und Elfenbein als eines der 7 antiken Weltwunder oder auch die einzelnen Schatzhäuser der in den Spielen repräsentierten Städte – wurden dabei in den letzten Jahrzehnten auch der Öffentlichkeit zugänglich und besuchbar gemacht.








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Halbinsel Mani
Die (Halbinsel) Mani ist der mittlere der drei „Finger“ der Peloponnes-Halbinsel an deren Südspitze und stellt mit dem Kap Tenaro am südlichsten Ende auch den südlichsten Punkt des griechischen Festlandes bzw. der Balkanhalbinsel bzw. nach dem spanischen Tarifa auch den südlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Antik-historisch bzw. archäologisch betrachtet, hat „die Mani“ – wie die Halbinsel gemeinhin oft abgekürzt bezeichnet wird – mit Ausnahme einiger weniger bedeutender Überreste aus der v.a. römischen Epoche zwar nicht allzu viel zu bieten, jedoch stellt ein Besuch der ansich jedoch recht karg-pittoresken Mani, insbesondere der Ostseite, v.a. auch landschaftlich durchaus ein Highlight dar. Aus diesem Grunde sei sie hiermit dennoch abschließend auch im Rahmen eines primär kulturhistorisch-orientierten Reiseberichts angeführt.









