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Kaum eine Weltstadt, kann sich auf ein derart großes Kulturerbe berufen, wie Istanbul, die Hauptstadt der Türkischen Republik. Und in kaum einer europäischen Stadt, findet man – geographisch an einem historischen Schmelztiegel der Kulturen situiert – eine derart große Vielfalt und Symbiose unterschiedlicher Kulturkreise, deren gegenwärtige und vergangene Hinterlassenschaften zu erkunden, nahezu als Muss für jeden an europäischer Geschichte interessierten Reisenden angesehen werden kann. Die in Summe mehr als 2500 Jahre lange Geschichte dieser Stadt gleich dreier Namen, hinterließ ein enormes Kulturerbe, welches sich in einer Vielzahl kultureller Errungen- und Hinterlassenschaften (Glaube, Schriftgut, Architektur, Wissenschaften uvm.) manifestierte.

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Das Charakteristikum dieser absoluten Megalopolis am Bosporus, liegt dabei freilich nicht in einem Reiseziel für Ruhesuchende, denn hierfür gäbe es mit Sicherheit bessere Ziele. Es ist vielmehr die Faszination einer pulsierenden Lebensader europäischer Identitätsgeschichte, an welcher sicher mit heute offiziell ca. 14 Millionen Einwohnern (Tendenz steigend) mehr denn je auch die Zukunft unseres Kontinents weiterhin mitentscheiden wird.

Byzanz – Konstantinopel – Istanbul

Als Istanbul seit der osmanischen Vorherrschaft ab dem 16. Jahrhundert bis heute bekannt, geht die Geschichte der zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer gelegenen Stadt weit in die Antike zurück. Im 7. Jh. v. Chr. als griechische Kolonie Byzantion (Byzantium/Byzanz in römischer Zeit genannt) gegründet, widerfuhr der Stadt ab dem 4. Jh. n. Chr. ihre größte Blüte, als sie von Kaiser Konstantin zur neuen römischen Reichshauptstadt Konstantinopel ernannt wurde und fortan Rom als solche ablösen sollte. Das neue Rom sollte dabei, gemäß der s.g. konstantinischen Zeitenwende hin zum Christentum, der Beginn eines neuen, christlichen römischen Reichs werden und leitete zugleich die Teilung in ein weiterhin lateinisch geprägtes weströmisches und ein nun griechisch geprägtes oströmisches Reich ein, welches v.a. unter Kaiser Justinian seine größte Blütezeit erlebte. Dieses überlebte dabei ersteres, mit Unterbrechungen, um immerhin 1000 Jahre bis zur Eroberung durch die osmanischen Türken im Jahr 1453. In diese Epoche fiel auch der Bau heute bekannter und besichtigbarer Kulturgüter, wie etwa der Hagia Sophia bzw. Ayasofya aus dem 6. Jh. n. Chr., der bis zum Bau des Petersdoms in Rom größten und wichtigsten christlichen Basilika (heute nach Unterbrechung erneut zur islamischen Moschee umgewidmet) oder auch der unterirdischen byzantinischen Zisterne Yerebatan ebenfalls aus dem 6. Jh., die auch als „versunkener Palast“ bekannt ist.

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Die folgenden ca. 400 Jahre osmanischer Herrschaft brachten dem ab nun so genannten Istanbul als Zentrum des Sultanates jedoch nicht weniger an kultureller Blüte und Reichtum. Von Istanbul aus, wurde ein riesiges islamisches Weltreich gelenkt, welches sich von Nordafrika und den Nahen Osten bis an die Grenzen des abendländisch-christlichen Europas im Westen erstreckte. In dieser Epoche veränderte sich jedoch auch das Stadtbild Istanbuls rasant, weg vom christlich-orthodoxen Erscheinungsbild hin zur islamisch dominierten Stadt. Architektonischer Ausdruck dessen ist etwa die relativ zu Beginn des Sultanats erbaute Sultan-Achmet-Moschee (aufgrund des mit vielen blauen Kacheln ausgekleideten Inneren auch „Blaue Moschee“ genannt) oder auch der Topkapı-Palastanlage anstelle der zu Beginn der Stadtgeschichte griechischen Akropolis.

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Die letzten hundert Jahre Türkischer Republik, welche v.a. durch die umfassenden Reformen des Staatsmannes Mustafa Kemal Atatürk („Vater der Türken“) im Rahmen des s.g. Laizismus inkl. städtebaulicher Spuren der Modernisierung (mit allen Vor- aber auch Nachteilen wie enormem Zuzug) geprägt waren, säkularisierten die türkische Gesellschaft zwar weitgehend nach europäischem Vorbild, jedoch droht dieser Entwicklung gegenwärtig mit dem Erstarken des Politischen Islam unter Präsident Erdogan ein möglicher Abbruch.

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