In der Grenzregion der österreichischen Bundesländer Steiermark (kleiner Anteil), Kärnten (größter Anteil) und Salzburg (peripherer Anteil) erstreckt sich der Gebirgszug der Nockberge als UNESCO-Biosphärenpark (Status seit 2012).
Die Nockberge liegen an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten, etwas nördlich der Kärntner Seenplatte (Ossiacher-, Millstätter- und Wörthersee).
Die Gipfel der “Nocky Mountains”, wie sie auch genannt werden, erheben sich als höchste Punkte (höchster Gipfel Eisenhut, 2441m) der Großregion Gurktaler Alpen und sind in ihrer Erscheinung als sanfte, grasbewachsene Hügel/Kuppen sowohl einzigartig im gesamten normalerweise eher von schroffen Formationen geprägten Mittel- und Ostalpenraum als auch zugleich Namensgeber (sanfte kuppen=”Nocken”). Diese charakteristische Sanftheit der Gipfelformationen, welche in gewisser Weise auch ein wenig an die schottischen Highlands erinnern, liegt v.a. am im Vergleich zu den benachbarten Niederen und Hohen Tauern (mit ca. 30 Million Jahren eher jüngere Gebirgszüge, daher auch höher) höheren Alter dieses Gebirgszugs (ca. 60 Millionen Jahre) und der entsprechend höheren Fortgeschrittenheit der Schrumpfungs- und Verwitterungsprozesse. Zudem ist die geologische Zusammensetzung der Nockberge kalkbasiert, während jene der angrenzenden Tauern v.a. aus Gneis und Schiefergestein bestehen.
Als UNESCO-Biosphärenpark unterliegt die Region – welche bergseitig z.B. von der Turracherhöhe (Steiermark/Kärnten, ca. 1800m), der Hochrindl-Alpe (Kärnten, ca. 1700m) oder auch der Falkert-Alpe (Kärnten, ca. 1900m) aus gut erkundet werden kann – besonderen Schutzbestimmungen von Landschaft, Fauna und Flora. Entsprechend verlaufen auch die großen Wintersport-Regionen nur am Rande des eigentlichen Biosphärenparks, durch dessen Zentrum die Nockalm-Straße als mautpflichtige Hochalm-Panoramastraße mit vielen facettenreichen Halte- und Erlebnispunkten verläuft. Mit einer Durchschnittshöhe von ca. 1800m ist die Nockalm dabei nach der Seiser Alm in Südtirol das zweithöchste Alm-Hochplateau im Ostalpenraum. Besonders kennzeichnend für diese wunderschöne Region ist der weitläufige Bestand am weltweit nur in wenigen Habitaten verbreiteten und daher unter strengem Schutz stehenden Zirben-Nadelbaum, welchem als langsam wachsendem und kältersistentem hochalpinem Baum auch besondere Eigenschaften anhaften (etwa die nachgewiesene entzündungshemmende und pulsregulierende Wirkung seines Baumharzes). Aber auch seltene Tierarten wie etwa das alpine Murmeltier und der Steinadler sind hier beheimatet und an schönen Tagen auch hie und da zu sehen!
* Informationen zur Geologie siehe SCHUSTER, et al. (2013): Rocky Austria. Geologie von Österreich – kurz und bunt, Wien.
Startpunkt vieler Wander- und Mountainbike-Routen ist die Turracher-Höhe mit dem Turracher-See, auf ca. 1800m. Hier von der Kornock-Höhe aus photographiert, zu welcher man auch mittels Mountainbike gelangen kann (mehr hierzu später).
Der Turracher-See
Auf der Turracher-Höhe gibt es tolle Unterkünfte, wie etwa hier im Alpenpark Turracher-Höhe.
Mit einem wunderschönen Ausblick vom Frühstückstisch aus (am Horizont der Eisenhut).
Der Morgennebel klettert die Berghänge hinauf…
Bald schon danach durchflutet die aufgehende Sonne das komplette Tal …
Auch ein paar tierische Freunde (Bildmitte) zeigen sich des Öfteren!
Auffahrt zur (mautpflichtigen) Nockalm-Panoramastraße in der Ortschaft Reichenau, etwa 10km entfernt von der Turracher Höhe. Diese wunderschöne Hochalpen-Straße zieht sich, schon zur Gänze auf dem Gebiet Kärntens, über eine Länge von etwa 34km von Reichenau bis Innerkrems und hat dabei mehrere Haltepunkte mit unterschiedlichen Themensujets (siehe hierzu https://www.nockalmstrasse.at/na/de/index)
Schon zu Beginn zeigte sich die Landschaft entlang der Straße von ihrer schönsten Seite!
Der äußerst biodiverse und malerische Windebensee mit dem Naturlehrweg „Alpine Lebensgemeinschaften“.
Zahlreiche Schautafeln geben Informationen zur ansässigen Fauna und Flora. Bereits hier wird auch auf die besondere Stellung des Zirben-Baums (siehe Einleitungstext weiter oben) im Biosphärenpark Nockberge hingewiesen.
Entlang des Windebensees Leben an der Extreme.
Die hohe Biodiversität an den Ufern des Sees ist – v.a. für diese Höhenlage (ca. 1950m) – einzigartig.
Die hohe Biodiversität an den Ufern des Sees ist – v.a. für diese Höhenlage (ca. 1950m) einzigartig.
Der Weg der Elemente. Ein duftender Zirbenwald entlang der Nockalm-Straße.
… mit alten wie auch vielen jungen Zirben. Doch die Größe kann bei Zirben auch ziemlich täuschen: Da die Zirbe ein äußerst langsam-wüchsiger Baum ist, können kleine Zirben wie diese bereits 10 Jahre und älter sein! Zur Besonderheit des Zirbenbaums siehe Einleitungstext weiter oben.
Eine Vielzahl verlockender Photomotive warten auf den (Hobby-)Photographen.
Urtümliche und vom Menschen zusätzlich “geschmückte” Steinformationen erwarten einen zudem auf dem “Weg der Elemente”.
Hier schön zu sehen ist das für die gesamte Region typische Kalk- und Dolomitgestein. Entlang der Nockberge verläuft eine geologische Bruchlinie, welche den Gebirgszug zu seinen Nachbarn (Niedere und Hohe Tauern, Gneis & Schiefer) geologisch und geomorphologisch abgrenzt. Südlich der Nockberge, beginnen die Kalk-Gebirgszüge Kärntens, Ost- und Südtirols.
Typisch für einen Biosphärenpark bzw. für dessen Kernzone ist es, abgestorbene Bäume nicht wegzutransportieren, da diese einen wertvollen Stellenwert in einem wechselseitigen Ökosystem – etwa als Brut- und Nahrungsstätte für viele Insekten – haben.
Jeder noch so kleine Baumstumpf hat in diesem sensiblen Ökosystem seinen Platz und seine Funktion und wird durch die Österreichische Bundesforste (ÖBF) erfasst und streng kontrolliert.
Entlang des Weges immer wieder Erklärungstafeln zu Fauna und Flora
Blühende (rostblättrige) Alpenrosen. Eine typische Heidekraut-Pflanze des Hochgebirges, aus der Gattung der Rhododendren.
Honig in Arbeit….
Natürlich wird im Biosphärenpark aber auch reguläre Weide- und Almwirtschaft betrieben. Leider wissen sich jedoch immer mehr Touristen nicht mehr angemessen und respektvoll gegenüber den Almtieren zu benehmen, wie erschreckende Video-Trends wie etwa das so genannte “Cow scaring” sowie sich häufende Unfälle und Angriffe aufzeigen.
Hier heißt es schlichtweg: Geduld haben 😀
Blick von der Glockenhütte auf der „Schiestlscharte“ (2024m) auf die Panoramastraße. Schön erkennbar ist der hinabfallende Übergang der Nockberge gen Süden (im Bild rechts) Richtung Klagenfurter Becken (am Horizont)
Ein absolutes Highlight war die Sichtung mehrerer alpiner Murmeltiere, welche normalerweise sehr scheu sind und bei kleinsten Erschütterungen des Bodens sofort in ihre Erdlöcher flüchten. Murmeltiere sind, als ein “Überbleibsel” aus der Eiszeit in allen Hochebenen Europas beiheimatet, so auch in der Nockbergen. Meist unterminieren sie Areale von mehreren Hektar.
Blick von der Eisentalhöhe, der höchsten Erhebung an der Nockalmstraße (ca. 2200m) auf die Panoramastraße.
Hier im Bild: Die Glockenhütte auf der „Schiestlscharte“ (siehe vorvorletztes Bild).
Spektakuläre Abfahrt von der Nockalmstraße am Abend.
Der phantastische Nachthimmel in den Nockbergen
Der phantastische Nachthimmel in den Nockbergen
Ein neuer Tag, ein neuer Ort: Fichten- und Tannenwald auf der Hochrindl-Alpe, ca. 15km entfernt von der Nockalmstraße. Diese Gegend liegt bereits außerhalb der Biosphärenpark-Grenzen Richtung Feldkirchen in Kärnten.
Aber auch in der Tallagen unterhalb der Nockberge (hier wieder auf Kärtner-Seite in der Nähe von Bad Kleinkirchheim) lassen sich einige wunderschöne Aufnahmen machen!
Zurück auf der Turracher-Höhe: Hier mit der Kornock-Bahn auf dem Weg zum Mountainbike-Gipfel-Trail. Der Kornock-Gipfel befindet sich bereits in der Steiermark.
Zurück auf der Turracher-Höhe: Hier mit der Kornock-Bahn auf dem Weg zum Mountainbike-Gipfel-Trail. Der Kornock-Gipfel befindet sich bereits in der Steiermark.
Nach der Ankunft geht es noch ein Stück weit steil bergauf.
Auf dem Weg zum Gipfel-Mountainbike-Trail
Auf dem Weg zum Gipfel-Mountainbike-Trail
Auf dem Weg zum Gipfel-Mountainbike-Trail
Auf dem Weg zum Gipfel-Mountainbike-Trail
Kurz vor dem Kornock-Gipfel, hier wächst Wollgras.
Kurz vor dem Kornock-Gipfel. Hier wächst Wollgras.
Kurz vor dem Kornock-Gipfel. Hier wächst Wollgras (am Horizont der Eisenhut).
Kurz vor dem Kornock-Gipfel. Am Eisenhut (Horizont) schön erkennbar die Baumgrenze im Ostalpenraum ab ca. 2000m
Kurz vor dem Kornock-Gipfel
Der benachbarte Rinsennock-Gipfel (2334m). Hier muss man allerdings vom Rad absteigen!
Auf dem Weg zum Gipfel
Angekommen am Gipfel
Auf der anderen Seite des Gipfels ein surreal-flacher Abhang. Da wir uns zwar schon über der Baumgrenze ab ca. 2000m (im Ostalpenraum), jedoch noch weit unter der 3000er-Höhenmarke (nivale Grenze) befinden, wächst hier noch etwas.
Am Horizont jenseits der Nockberge gut erkennbar, die 3000er der Hohen Tauern mit dem ca. 80km entfernten Glocknermassiv
Am Horizont jenseits der Nockberge gut erkennbar, die 3000er der Hohen Tauern mit dem ca. 80km entfernten Glocknermassiv
Zurück in die Gegenwart: Ein weiterer wunderschöner Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen im Biosphärenpark Nockberge ist die weiter südlich liegende Falkert-Alpe bzw. der Falkert-See, ca 1900m
Ein weiterer wunderschöner Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen im Biosphärenpark Nockberge ist die weiter südlich liegende Falkert-Alpe bzw. der Falkert-See, ca 1900m
Auch als Erwachsener immer noch angetan von den typischen Bauernhof-“Streichelhasen” 😀
Heimfahrt von Kärnten nach Niederösterreich quer durch die Steiermark, bewusst abseits aller Autobahnen und Schnellstraßen. Hier quer durch den beeindruckenden Nationalpark Gesäuse!
Heimfahrt von Kärnten nach Niederösterreich quer durch die Steiermark, bewusst abseits aller Autobahnen und Schnellstraßen. Hier quer durch den beeindruckenden Nationalpark Gesäuse!
Heimfahrt von Kärnten nach Niederösterreich quer durch die Steiermark, bewusst abseits aller Autobahnen und Schnellstraßen. Hier quer durch den beeindruckenden Nationalpark Gesäuse!