Im Nordatlantik, direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken bzw. als Teil dieses Unterseegebirges, ragt eine der geologisch gesehen jüngsten Landmassen der Erde aus dem Meer – Island.
Hier, wo die eurasische/europäische Kontinentalplatte auf die amerikanische Kontinentalplatte trifft und dabei die gewaltigen Erdkräfte im Rahmen von aktivem Vulkanismus und Landmassenbildung in Erscheinung treten, endet Europa. Das Land,topographisch abgelegen im äußersten Nordwesten Europas, ist zudem auch dessen letzter kultureller und politischer Außenposten, mit nordisch-europäischem kulturellem und geschichtlichem Erbe seit seiner Landnahme und Besiedelung durch die Norse (Nordmänner/Wikinger) ab dem 9. Jh.
Links oben: Island ragt als Teil des Mittelatlantischen Rückens aus dem Atlantik, was sich durch aktiven Vulkanismus auf dieser Störzone zeigt. Bild: Nationalmuseum Färöeren, Torshaven.
Weitere historische Fakten gegen Ende des Reiseberichts.
Die Reise(-route)
Die Reiseroute: Von Rejkjavik im Süden entlang der Westküste nach Norden, dann nach Osten und wieder nach Süden Richtung Rejkavik.Über endlose Straßen…Vorbei an unzähligen Berghängen…Entlang von grünen Ufern…Pferdeherden…Pferdeherden…Freistehenden Bergmassiven…einst ausgebrochenen Vulkanen….Gebirgsketten aus Vulkangestein… hier: Halbinsel Snaefellnes. unzähligen Wasserfällen… hier: Halbinsel Snaefellnes. marsartigen Gebirgsketten….vorbei an fast schon unwirklichen einsamen und unberührten Strände aus Vulkangestein und rotem Sand…. hier: Halbinsel Snaefellnes. …zahlreichen Touristenhotspots… hier: Kirkejufellfoss.regelrecht neben dem Auto herlaufenden Pferden…Und den langen Sonnenuntergängen entgegen (hier: 23h30)Täglich landen Ozeanriesen aus aller Welt an Islands Küsten… hier: Akureyri ganz im Norden an der Küste. Kleine Städtchen im typisch skandinavischen Stil. Hier: Akureyri, die drittgrößte Stadt Islands ganz im Norden an der Küste. Der Wasserfall Godafoss(Goda=Götter)… Eine isländische Saga will hier jenen Ort ausmachen, an dem die Isländer um das Jahr 1000 n.Chr. das Christentum annahmen, indem sie ihre heidnischen Götzenbilder in diesen Wasserfall warfen. Fahrt durch die brodelnde Geothermal-Landschaft Namaskard im Nordosten.Fahrt durch die brodelnde Geothermal-Landschaft Namaskard im Nordosten. Es ist bereits 23h und es ist -sogar trotz Bewölkung- noch taghell. Hier, wo die eurasische Kontinentalplatte auf die amerikanische Kontinentalplatte trifft, bricht die Erde auf und entlässt ihre kochende Luft… (Geothermal-Landschaft Namaskard). In einer Höhle wurde hier eine Szene von “Games of Thrones” gedreht (weiter unten). Am nächsten Tag ausführliche „Inspektion“ eines erstarrten Lavafeldes in Namaskard.….mit geologisch sehr interessanten Gebilden.Weiterfahrt in den Küstenort Husavik ganz im Norden, um an einer Wal-Safari teilzunehmen. Die Fahrt führt über ca. 30km lange erstarrte Lavafelder. Egal wo man fährt, überall dampft es aus der Umgebung heraus. In Island finden diese geothermalen Quellen Verwendung, indem sie zu Energie aller Art (auch Strom) umgewandelt werden. Wal-Safari inHusavik: Fahrt mit dem Schiff raus aufs Meer. Heute ist es sehr kalt (7 Grad) und nebelig. Der isländische Sommer bewegt sich durchschnittlich bei Temperaturen zwischen ca. 5 und 20 Grad, was angesichts der geographischen Lage nur dank des Golfstroms möglich ist. Dieser wärmt umgekehrt wiederum die Winter auf mitteleuropäisches Niveau (ca. -5 bis 0 Grad). Die ersten Tier kommen in Sicht: Delphine…mit Erkärung.Ein Buckelwal, kurz vor dem „Hinterflossen-Klassiker“.Eine Gruppe Delphine und GrindwaleZurück an Land; Wal-Museum Husávik. Hier: Ein Blauwal-Skelett. Das Museum bietet einen kompakten und nicht zu langen Überblick über die Spezies Wal, mit vielen Darbietungen (Aufnahmen früherer Walfänge etc.) wie auch zahlreichen Ausstellungshighlights. Eine Karte aus dem 16. Jh. zeigt, wie man sich die Meeresbewohner rund um Island früher vorstellte…Am Weg zurück nach Namaskard: Nur eine Frage der Zeit, bis dieser Vulkan hochgeht(?)…Am nächsten Tag: Besuch der bereits erwähnten Höhle/Grotte, wo eine Szene aus der Serie „Games of Thrones“ gedreht worden sein soll. Aufstieg auf den Kraterrand des (ehemaligen) Vulkans Hverfell bei Rejkhalid. Dieser brach vor ca. 2500 Jahren aus. Bis heute ist seine nähere Umgebung davon geprägt. Die Aussicht in die nähere Umgebung ist phantastisch…Wieder unten angekommen: Einer der zahlreichen stark schwefelhaltigen Quellen. In manchen darf gebadet werden, in dieser hier ist es jedoch verboten. Ein aktiver Vulkan und seine Umgebung als ein “lebendes” Freilichtmuseum…Aus manchen Erdlöchern kommt heißer Dampf, aus anderen brodelnder Schlamm…Der schwefelige Gestank ist jedoch teils unerträglich…Weiterfahrt durch schwarze ehemalige Lavafelder zum größten Wasserfall Islands sowie Europas, dem Dettifoss…DerDettifoss, der größte Wasserfall Islands sowie Europas. Ca. 60m stürzen die gewaltigen Wassermassen hier in die Tiefe…Unvorstellbare Wassermassen….So gewaltig, dass der Felsenboden zitterte..Am nächsten Tag: Weiterfahrt zu den Fjorden der Ostküste Islands, um die Gegend Höfn. Am Weg immer wieder „tierische Begegnungen“. An der Ostküste Islands münden Fjorde ins Meer, welche mancherorts anhand ihrer Schicht-Struktur schon ihre Entstehungsgeschichte präsentieren. Am Weg immer wieder die mächtigen Tiefebenen Islands und dahinter die pechschwarzen Lavasandstrände. Hier am Weg zur Ortschaft Höfn).Am Weg immer wieder die mächtigen Tiefebenen Islands und dahinter die pechschwarzen Lavasandstrände..Am nächsten Tag Besichtigung von Europas größtem Gletscher, dem Vatnajökul, dessen Gletscherzunge bis ins Meer herunterreicht und sich daher über die letzten Jahrtausende ein dem Meeresabfluss vorgelagerter See gebildet hat, der Jökülsárlón. Hier treiben Eisbrocken in Richtung Meer… …und werden dort am Strand in unterschiedlicher Form und Größe angespült.Der Strand erhielt deshalb auch den Namen „Diamantenstrand“.Mit dem Schnellboot ging es dann bis zur Gletscherwand…Die blaue Färbung dieses uralten Eises (ca. 10.000 Jahre) ergibt sich für das menschliche Auge aus der hohen Dichte des gepressten Eises, wobei der Blauanteil als einziger nicht absorbiert wird und „überbleibt“. Mit dem Schlauchboot auf Eisbrocken-Jagd.Im (einst) ewigen Eis sind auch die Spuren einstiger Vulkanausbrüche sichtbar.Nächster Tag, nächste Station: Vík-Myrdal, der südlichste Ort Islands, berühmt für seinen Basalt-Strand.Der schwarze Basalt-Strand Dýrhólæ in Vík markiert den südlichsten Punkt Islands und ist eines der bekanntesten Photomotive Islands.Am anderen Ende des riesigen Strandes..Weiterfahrt zum Skógafoss-Wasserfall, am Fuße des Vulkans Eyjafjallajökull (am Bild), der das letzte Mal 2010 ausbrach und den europäischen Flugverkehr für 1 Woche faktisch lahmlegte (Aschetransport bis weit nach Mitteleuropa). Der Skogafoss-Wasserfall am Fuße des Eyjafjallajökull. Beim Vulkanausbruch 2010 verfärbte sich sein Wasser pechschwarz und riss ganze Brücken weiter flussabwärts mit. Am nächsten Tag: DerGeysir „Strokkur“, unweit der Stadt Selfoss. Wir befinden uns neuerlich in einem geothermal- aktiven Gebiet. Ca. Alle 10min bricht hier der Geysir aus und speit eine etwa 20m hohe Wassersäule in die Luft. Weiter entlang der Route, wir befinden uns mittlerweile zwischen Sellfoss und der Hauptstadt Reykjavik. Und immer wieder begegnen einem diese stolzen Tiere… Wir befinden uns nun am letzten der großen Wasserfälle auf der Route rund um Island, demGulfoss. Dieser hat seinen Namen (Gul=Gold) von seiner Farbe bei Sonneneinstrahlung, welche sich aus der schlammigen Zusammensetzung des Wassers ergibt. Nach dem Dettifoss (siehe weiter oben) handelt es sich beim Gulfoss um jenen Wasserfall mit der größten Fließmenge/Sekunde (bis zu 1500m3/Sek). Der letzte Abschnitt der Route um Island führt nach Reykjavik, wobei ein asphaltierter Streckenabschnitt durch einen Teil des ansich nur mit einem Geländewagen befahrbaren zentralen Hochlands führt. Unfassbare Ausblicke und Einsamkeit über Kilometer.In etwa solche geländetauglichen Gefährte waren gemeint..Letzter Tag: Ankunft in der Hauptstadt Reykjavik(letzter Tag). Stadtbesichtigung der Hauptstadt Reykjavik.Die Hallgrímskirkja, Reykjaviks Wahrzeichen. Davor eine Statue vonLeifur Eiríksson aus Island, der von Norwegen aus Grönland und sowie vor ca. 1000 Jahren den amerikanischen Kontinent entdeckte, 500 Jahre vor Christoph Columbus.Museum “Viking World”: Mit diesem 1:1 Replikat des Schiffes von Leif Erikkson aus dem Jahre 1000 segelten isländische Forscher 2010 von Norwegen bis nach Neufundland (Kanada) – genauso wie einst Leifur Eriksson. Heute darf man selber auf dem Deck Platz nehmen, im Museum “Viking World” ein wenig außerhalb Reykjaviks Richtung Flughafen. Museum “Viking World”: Die Karte stellt die Besiedelung Grönlands und Kanada dar, die dunkelblaue Linie “Norse” stellt die Entdeckungsreisen Leifur Eriksson aus Island dar, der zuerst Island, dann Grönland und schlussendlich Kanada erreichte. Jedoch konnten sich die Nordmänner nicht dauerhaft in Kanada und Grönland halten – anders in Island, dem letzten Außenposten europäischer Kultur. Nationalmuseum, Reykjavik. Die Besiedelung Islands mit den „Norse“ (=Nordmänner) ging bereits vor den Entdeckungsfahrten des Leifur Eriksson (siehe oben) ab der 2. Hälfte des 9 Jh. anhand mehrerer Einwanderungswellen vorwiegend vom heutigen Norwegen aus, später auch vom heutigen Irland und Schottland. Zuvor waren jedoch schon vereinzelt irische Mönche nach Island gekommen wie jüngste archäologische Funde belegen. Dabei geben nordische Sagas als schriftliches Vermächtnis der Zeit auch Auskunft über damalige historische Zustände. Die wichtigste der Saga stellt dabei das so genannte Landnámabók (Book of settlement)dar, welches Auskunft über die erste Besiedelungswelle des Landes gibt: So soll es im Wesentlichen 5 bedeutende Familienclans gegeben haben, welche sich an der Küste ansiedelten. Aus diesen Siedlungen heraus soll sich dann im Laufe der folgenden Jahrhunderte die Küste Islands langsam mehr und mehr besiedelt haben.