Topographisch ganz im Süd-Osten der Ägäis (dem “griechischen Meer”) gelegen, erhebt sich die Insel Karpathos als Teil der Dodekanes-Inselgruppe, zu welcher auch das benachbarte mitunter berühmtere Rhodos gehört, als ein Gebirgszug aus dem Meer.
Luftbildaufnahme Karpathos, Quelle unbekannt.
Vorweggenommen wäre damit, dass Karpathos zu den gebirgigsten Inseln Griechenlands gehört. Geologisch ist dies -ähnlich wie auch bei vielen anderen griechischen Inseln- auf die Tatsache zurückführbar, dass es sich bei der kompletten Ägäis um eine Subduktionszone handelt (die afrikanische Platte schiebt sich unter die eurasische/europäische, Land wird dabei aufgefaltet – Gebirge entstehen). Vorwiegend besteht Karpathos aus durch diese Subduktion hochgedrücktem Kalkstein aus dem Erdzeitalter des Trias (v.a. im Inselsüden) sowie Schiefer (v.a. im Inselnorden). An der südlichsten Spitze mischt sich zudem vulkanisches Gestein dazu, ähnlich es etwa auf der Insel Santorin stark der Fall ist. Die Kalksteingebirge von Karpathos garantieren dabei durch die Speichermöglichkeit von Niederschlägen auch eine gute Trinkwasserversorgung der Insel. Klimatischgesehen, gehört die Insel -so wie die Ganze griechische Inselwelt aufgrund der Lage im südlichen Mittelmeer zur subtropischen bzw. mediterranen Klimazone. Der Wind weht hauptsächlich von Nordwesten, trifft also v.a. auf die Westküste von Karpathos. Obwohl es an der Westseite tendenziell trockener ist, ist es gleichzeitig tendenziell kühler als an der weniger trockenen aber wärmeren Ostseite. Entsprechend gestaltet sich auch die Vegetation, welche vorwiegend aus nur wenigen trocken- und hitzeresistenten Pflanzenarten (v.a. Dornbüsche, Pinien und Olivenbäume) besteht, wobei der windärmere Osten der Insel eher von Pinienwäldern auf Kalkstein geprägt ist und der windigere, trockenere Westen der Insel eher von Olivenhainen und Buschlandschaften. Touristischgenutzt wird die Insel genaue wie fast alle griechischen Inseln – allerdings gibt es auf Karpathos weniger antike Stätten zu besichtigen als etwa auf dem benachbarten Rhodos oder auch Kreta. Dafür ist die Insel nach Meinung vieler Kenner nicht so überlaufen und daher auch ursprünglicher geblieben – zumindest bislang.
Historischgeprägt ist die Insel durch ihre Zugehörigkeit zur antiken griechischen Welt (zuerst minoische, dann mykenische Kultur = Vorklassik von ca. 1000-500 v. Chr., dann Griechische Klassik von ca. 500 v. Chr-300 v. Chr. mit anschließendem Übergang in den Hellenismus unter Alexander dem Großen (ab. ca. 300v. Chr.)). Danach kamen die Römer. Lange Zeit war die Zugehörigkeit zum byzantinischen Reich/Ostrom gegeben, ehe sie zuerst an die Venezianer und dann an die Osmanen überging. Schlussendlich herrschten nach dem 1. Weltkrieg die Italiener über die Insel, ehe sie -nach kurzem britischem Zwischenspiel- schlussendlich an den damals erst frisch gegründeten griechischen Staat überging.
Bilder-Slideshow
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Relief-Übersichtskarte Karpathos, Google Earth
Agios Nikolaos-Beach nahe der Stadt Arkasa.
Agios Nikolaos-Beach nahe der Stadt Arkasa.
Gasse in Arkasa
Kirche von Arkasa
Frühchristliches, byzantinisches Bodenmosaik aus dem 4 Jh. n. Chr. in Arkasa. Für das Alter von 1600 Jahren in gar nicht mal so schlechtem Zustand. Hier stand einst eine Kirche.
Am Weg in die Berge der Inselmitte: Kirche mit Friedhof, bei der Ortschaft Aperi
Am Weg in die Berge der Inselmitte: Kirche mit Friedhof, bei der Ortschaft Aperi
Üppige Vegetation gibt es nur in geschützten Tallagen
Am Weg: Blick auf die Berghänge.
Am Weg gelegen: Blick auf die Berghänge
Routen-Tipp 1: Ein besonderer Streckenabschnitt findet sich an der Ostküste der Inselmitte, nämlich von der Ortschaft Spoa südwärts an der mit Pinien bewachsenen und von beeindruckenden Kurvenabschnitten geprägten Steilküste zu den schönen Stränden Apella-Beach, Kyra Panagia und Achata Beach.
Apella-Beachan der Ostküste. Wurde 2013 als schönster europäischer Stand ausgezeichnet!
Apella-Beachan der Ostküste. Wurde 2013 als schönster europäischer Stand ausgezeichnet!
Apella-Beacham Abend
Apella-Beacham Abend
Einsamer Nebenstranddes Apella-Beach. Zugang nur zu Fuß – 90% weniger Leute.
Pinienwald nahe Apella-Beach.
Die Zapfen-Keimlinge in denen dann die Pinienkerne entstehen – schmecken hervorragend etwa auf Pasta oder Salat.
1500 Jahre alte Wandmalerein/Freskos kann man in einer Kirchenruine aus dieser Zeit bewundern. Nähe Apella-Beach.
Ziegen prägen das Ortsbild. Was in Nordeuropa das Schaf ist, ist in Südeuropa die Ziege – überall anwesend.
Ziegen prägen das Ortsbild. Was in Nordeuropa das Schaf ist, ist in Südeuropa die Ziege – überall anwesend.
Wirklich überall…
Und: Die Ziege befand sich dabei keineswegs in Gefahr, vielmehr hüpfte sie gekonnt und gelassen von einem Fresshügel zum nächsten.
Küste nahe Arkasa
Routen-Tipp 2 – “Die Duftstrecke”: Nordwärts entlang der zunächst noch flachen Westküste kommend (am besten von Arkasa starten), dann an Lefkos vorbei und bergaufwärts durch einen dichten und wunderbar duftenden Wald aus Pinien, Arkazien -und Feigenbäumen sowie Zypressen bis zur Ortschaft Spoa auf einem Bergrücken. Bei Lefkos kann man zudem die Ruinen einer römischen Zisterne aus dem 1. Jh. n.Chr. besichtigen (siehe weitere Folien).
Fahrt durch die duftenden Pinienwälder, hier zwischen Lefkos und Spoa
Nahe der Stadt Lefkos: Überreste einer römischen Zisterne aus dem 1. Jh. n. Chr.
Das Bergdorf Olympos im sehr kargen Inselnorden, einst gegründet im 7. Jh. Die Straße dorthin ist zwar neu und asphaltiert, aber trotzdem sehr gefährlich.
Das Bergdorf Olympos ist ein außerordentlich buntes Dorf. Die Zeit scheint hier ein wenig stehengeblieben, die Bürger wirken sehr traditionell verhaftet.
Doch warum siedelten die Inselbewohner einst so weit oben in den kargen Bergmassiven? Im frühen Mittelalter verstärkte sich die Piraterie im Mittelmeer, sodass die Bewohner vieler Inseln ihre Siedlungen in sichere, unzugängliche Regionen verlegten.
Zur Geologie: Grauer Schieferstein, typisch für den Inselnorden.
Am Weg zurück in den Inselsüden…
Gegend in der Inselmitte, nahe Apella-Beach (siehe Routen-Tipp 1). Hier beherrscht wieder der weißlich-gelbliche Kalkstein das Ortsbild.
Nächtliches Karpathos in Feierlaune…
Über die Berghänge ziehender Nebel, hier bei Othos.
Kirche auf einer Anhöhe bei der Ortschaft Aperi
In Aperi finden sich wunderschöne und neu renovierte Häuser. Allgemein dürfte es sich bei Aperi um einen wohlhabenden Ort handeln.
Am Weg ins Gebirge, zur Ortschaft Lastos.
Durchquerung der Naturschutzzone Ntia-Lastos-Flaskounia (Voladou Karpathou). Die Landschaft hoch oben im Gebirge wirkt sehr karg und wüstenähnlich.
Das Kloster Agios Michel-Lastos
Griechisch-orthodoxes Kloster in der im Gebirgs-Ortschaft Menetes
Blick von Kloster auf die OrtschaftMenetes
Ammopi-Beach in der Ortschaft Lakki, im Südosten von Karpathos
Ammopi-Beach in der Ortschaft Lakki, im Südosten von Karpathos
Der Nachthimmel auf Karpathosist dunkel genug, um auch die Milchstraße zu sehen!
Diese zu photographieren, gestaltete sich aber schwierig: Selbst das modernste Handy ist unzureichend, da der Sensor zu klein ist. Man benötigt eine Kamera mit Wechselobektiven, hoher Auflösung (mind. 20 MP) und gutem Sensor (CMOS-Sensor oder noch besser Vollformat-Sensor). Einstellungen: Kein Auto-Modus, da die Blende dann zu gering eingestellt ist und zu wenig Licht auf den Sensor gelangt. Stattdessen in den “P-Modus” stellen und zunächst die Blende sehr hoch einstellen (jedenfalls aber >F5). Dann den ISO-Faktor auf ca. 6000 einstellen (je höher aber der ISO, desto höher auch das Bildrauschen, v.a. bei schlechteren Kameras). Nun die Kamera auf Selbstauslöser 10Sek einstellen. Jetzt noch und ein beleuchtetes Objekt in der Entfernung anfokussieren (z.B. ein beleuchtetes Haus, Auto, etc, – darf aber nicht zu nahe sein), auslösen und nun rasch die “tickende” Kamera auf einer festen, ruhigen Oberfläche (Tisch, Autodach, Stativ, etc.). mit Blick in den Nachthimmel/Milchstraße positionieren (kleinste Bewegungen verwackeln leider das Bild).