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Geschichte Israels II

Text und Bild © Christoph Seiser 2020 gemäß Richtlinie ((EU) 2019/790)

Von den Römern zum Islam

Kurze Zeit später kamen jedoch die Nächsten ins Land und besetzten dieses, die damals zur größten Macht aufgestiegenen Römer (Zeit Jesu). Nachdem man seitens der Israeliten/Juden vergeblich versucht hatte diese nun auch zu verjagen, vertrieben die Römer ihrerseits die Juden aus deren Land (“Diaspora”) und zerstörten den zweiten Tempel.

Zerstörung des 2. Tempels durch die Römer (Darstellung am Titusbogen in Rom).
Zerstörung des 2. Tempels durch die Römer (Darstellung am Titusbogen in Rom).

Nach der Geschichte um Jesus, den Aufstieg/Siegeszug des Christentums im Römischen Reich (hier setz nebenbei gesagt das Neue Testament durch die Apostelgeschichten an) inkl. dessen Ernennung zur “Staatsreligion”, erfuhr die Region und auch die Stadt Jerusalem eine Phase der Blüte im Rahmen der römischen bzw. mit der Spaltung des Römischen Reiches unter Kaiser Konstantin im 3. Jh. n. Chr. in ein West- und ein Ostreich oströmischen Herrschaft. Mit dem langsamen Untergang der römischen Weltordnung (Ende weströmisches Reich ca. 500 n.Chr.), der Entstehung des Islam durch seinen Begründer Mohammed und seinem Aufstieg ab dem 6. J.h. n. Chr. geriet jedoch auch Jerusalem relativ bald von (ost-)römischer/byzantinischer Hand in die islamische Einflusssphäre. Mit der islamischen Eroberung des Landes und Jerusalems 638 n. Chr. wurde der so genannte Felsendom als drittheiligste Stätte im Islam erbaut. Von hier aus soll der Prophet Mohammend mit Gott/Allah im Rahmen seiner Nachtreise in Verbindung getreten sein. Warum gerade am Tempelberg? Die theologische Begründung: Judentum, Christentum und Islam begründen sich gemeinsam auf der Geschichte um das so genannte Opfer Ismael durch Abraham, den Gründungsvater aller drei Religionen (Existenz nicht sicher erwiesen),das an diesem Felsen stattgefunden haben soll. Die politische Bedeutung: Der Islam wollte sich als legitimer Nachfolger des Judentums und damit auch des Christentums etablieren und wollte daher auch alle entsprechenden heiligen Stätten für sich in Beschlag nehmen. Bis Heute führt die Existenz eines der wichtigsten Heiligtümer im Islam auf dem ursprünglichen Tempelberg der Juden zu Spannungen.

Die Nachtreise Mohammeds zu Allah
Die Nachtreise Mohammeds zu Allah

Unter islamischer Herrschaft veränderte sich das ursprüngliche Stadtbild Jerusalems sehr stark, so wurden etwa jüdische und christliche Stätte und Heiligtümer wie etwa die Grabeskirche Jesu einfach abgerissen oder umfunktionalisiert. Auch der Zugang zu ihren heiligen Stätten wurde für Christen und die nach der Diaspora (s.o.) noch verbliebenen Juden immer schwieriger.

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